Häufige Fragen zur Kaltplasmabehandlung

Patienten

Für welche Erkrankungen ist die Kaltplasmatherapie besonders geeignet?

Die Therapie mit dem kINPen® MED bietet sich insbesondere bei chronischen Wunden wie zum Beispiel Ulcus cruris oder Diabetischen Füßen an. Außerdem werden postoperative Wunden und erregerbedingte Erkrankungen der Haut wie Pilzinfektionen, Warzen oder Akne behandelt.

Wo liegt der Vorteil der Kaltplasmatherapie?

Die Behandlung mit kaltem Plasma fördert die Wundheilung und wirkt antibakteriell. Schlagen herkömmliche Verfahren wie Antiseptika, Salben, Verbände oder selbst Wundoperationen nicht an, kann die Plasmatherapie zum Erfolg führen. Klinische Studien und die Anwendungsbeobachtungen der Ärzte zeigen, dass chronische Wunden nach mehrwöchiger Therapie mit dem kINPen® MED in vielen Fällen abheilen können.

Was passiert bei der Behandlung?

Die zu behandelnden Hautbereiche werden mit dem Plasma-Jet ohne Kontakt zur Wunde gleichmäßig und in einer Geschwindigkeit von ca. 5 mm/s überstrichen. Mit Hilfe des Plasmas werden verschiedene Wirkmechanismen (leichte UV-Strahlung, reaktive Spezies, elektromagnetische Felder, kurzfristige Temperaturerhöhung) kombiniert. Diese verschiedenen Komponenten des kalten Plasmas haben eine stark antibakterielle Wirkung und stimulieren zugleich die Neubildung von gesundem Gewebe.

Wie lange dauert eine Anwendung/die Therapie?

Die Intensität der Behandlung wird über die Behandlungszeit gesteuert und sollte um die 30 - 60 s/cm2 betragen. Die Anwendung kann, soweit keine Nebenwirkungen auftreten, täglich bis dreitägig erfolgen. Die Gesamtdauer der Kaltplasmatherapie richtet sich nach den jeweiligen Wundverhältnissen und der Behandlungsfrequenz.

Gibt es Nebenwirkungen oder Resistenzbildungen?

Die Behandlung mit dem kINPen® MED zeigt eine sehr gute Verträglichkeit. Bisher wurden keine Nebenwirkungen oder Resistenzbildungen beobachtet.

Schmerzt die Kaltplasmaanwendung?

Die Behandlung mit dem kINPen® MED wird ohne Wundkontakt durchgeführt und erzeugt keine zusätzlichen Schmerzen. Patienten beschreiben die Kaltplasmaanwendung als eine Art kühlen Windhauch auf der Haut. Viele Patienten berichten über eine Schmerzlinderung und Juckreizreduktion nach der Behandlung.

Wie lange dauert die Regeneration?

In der Regel können Sie Ihren normalen Tätigkeiten sofort nach der Behandlung wieder nachgehen.

Bin ich ein geeigneter Patient für diese Behandlung?

Fragen Sie Ihren behandelnden Arzt oder Ihre Ärztin, ob eine Behandlung mit dem Plasma-Jet kINPen® MED für Sie in Frage kommt.

Übernimmt die / meine Krankenkasse die Behandlungskosten?

Die Anwendung kalter physikalischer Plasmen im Wundmanagement ist noch nicht in die Routineversorgung integriert. Der kINPen® MED wird in Klinken und vermehrt in Praxen von z.B. niedergelassenen Ärzten eingesetzt. Auf Antrag übernehmen bereits erste Krankenkassen die Behandlungskosten.

Klinische Prüfung

Die neoplas tools GmbH ist Hersteller des kINPen® MED, der als Medizinprodukt (Klasse IIa) zur Behandlung von akuten und chronischen Wunden sowie erregerbedingten Erkrankungen der Haut und der Hautanhangsgebilde zugelassen ist.

Als Medizinprodukte werden Produkte mit medizinischer Zweckbestimmung bezeichnet, die für eine Anwendung am Menschen bestimmt sind. Die Hauptwirkung der Medizinprodukte wird in erster Linie auf z. B. physikalischem Weg erreicht.

Eine klinische Prüfung von Medizinprodukten ist gesetzlich vorgeschrieben, um nachzuweisen, dass dieses Produkt wirksam und unbedenklich ist. Sind die Sicherheit und die Leistungsfähigkeit des Medizinproduktes ausreichend getestet, kann es von den Behörden zugelassen und durch das medizinische Fachpersonal am Patienten angewendet werden.

Ärzte

Bei welchen Krankheitsbildern wird die Therapie mit dem kINPen® MED bereits eingesetzt?

Der kINPen® MED ist zur Behandlung von chronischen, infizierten und schlechtheilenden Wunden und erregerbedingten Erkrankungen der Haut und der Hautanhangsgebilde zugelassen. Sehr gute Behandlungserfolge gibt es bei dem Diabetischen Fußsyndrom, Dekubitus, Ulcus cruris, Tinea pedis, Onychomykose, Akne vulgaris, Follikulitis und bei Driveline-Infektionen.

Sind weitere Indikationsbereiche in der Zukunft vorstellbar?

Die klinische Forschung arbeitet intensiv an der Erweiterung der Anwendungsfelder. Derzeit werden erste Untersuchungen zur Anwendung in der Zahnmedizin, Augenheilkunde und in der Krebstherapie durchgeführt.

Wie wird die Behandlung durchgeführt?

Der kINPen® MED wird senkrecht mit einer moderaten Geschwindigkeit von ca. 5mm/s über das betroffene Wundareal geführt. Das Wirkfeld des Plasmas umfasst in etwa 1 cm². Ein auswechselbarer Abstandshalter gewährleistet die Einhaltung des vorgegebenen Abstandes und der Hygiene während der Behandlung.

Erfolgt die Kaltplasmatherapie ergänzend zur Standardswundversorgung?

Ja, die Kaltplasmatherapie hat sich als effektive Ergänzung zur Standardwundversorgung erwiesen.  

Muss die Behandlung von einem Arzt durchgeführt werden oder ist die Anwendung delegierbar?

Die Verwendung des kINPen® MED kann aufgrund der einfachen Bedienbarkeit durch den Arzt an medizinisches Fachpersonal delegiert werden, sofern dieses entsprechend geschult wird.

Wie wird die Behandlung von den Patienten angenommen?

Die Behandlung wird von den Patienten sehr gut angenommen, da diese kontakt- und schmerzfrei durchgeführt wird. Viele Patienten beschreiben die Kaltplasmaanwendung als eine Art kühlen Windhauch und berichten über eine Schmerzlinderung und Juckreizreduktion nach der Behandlung. Zudem wurden bisher keine Nebenwirkungen beobachtet.

Wie lange dauert eine Anwendung?

Die Intensität der Behandlung wird über die Behandlungszeit gesteuert und sollte um die 30-60 s/cm² betragen.

Die Anwendung kann, soweit keine Nebenwirkungen auftreten, täglich bis dreitägig erfolgen. Die Gesamtdauer der Kaltplasmatherapie richtet sich nach den jeweiligen Wundverhältnisses und der Behandlungsfrequenz.

Wie viele einzelne Behandlungen sind im Durchschnitt pro Wunde nötig?

Im Durchschnitt sind ca. 10 Behandlungen pro Wunde notwendig. Die Anzahl der Behandlungen ist jedoch sehr variabel und richtet sich nach den jeweiligen Wundverhältnissen und den biologischen Voraussetzungen der Patienten.

Ab welchem Stadium der Wundheilung kann mit der Kaltplasmatherapie aufgehört werden?

Die ist derzeit noch Gegenstand der aktuellen Forschung. Empfohlen wird, mit Plasma zu behandeln bis die Granulation des Gewebes einsetzt. Sofern keine weiteren Heilungsfortschritte erkennbar sind, sollte die Plasmabehandlung fortgesetzt werden.

Muss vor der Plasmabehandlung ein Debridement gemacht werden?

Ja, nekrotische Wunden oder Wunden mit Fibrinbelägen müssen zuerst ein Debridement erfahren, bevor die Plasmabehandlung stattfinden kann.

Was ist bei der gleichzeitigen Anwendung von Antiseptika zu beachten?

Zur Vermeidung ungewollter Wechselwirkungen mit Antiseptika, sollte die Plasmabehandlung zeitlich vor der topisch-medikamentösen Therapie durchgeführt werden. Deshalb wird empfohlen, die Reinigung der Wunde mit NaCl durchzuführen.

Muss die Wunde vor der Kaltplasmabehandlung abgetrocknet werden?

Nein, die Wunde muss vorher nicht abgetrocknet werden.

Warum hat Plasma eine andere Wirkung auf Bakterien und Keime als auf gesunde Hautzellen?

Die Plasmasensitivität ist von der Zellteilungsrate abhängig: Zellen mit einer kurzen Verdopplungszeit (Prokaryoten) sind sensibler gegenüber der Plasmawirkung als Zellen, die sich nur sehr langsam vermehren (Eukaryoten). Übertragen auf mit kaltem Atmosphärendruckplasma induzierbare biologische Effekte bedeutet das: Geringe Behandlungsintensitäten/Einwirkzeiten kalter Atmosphärendruckplasmen führen zur Stimulation von Zellen. Höhere Behandlungsintensitäten/Einwirkzeiten führen zur Inaktivierung/Abtötung.

Gibt es Verbrauchsmaterialien in der Anwendung des kINPen® MED?

Bis auf das Edelgas Argon, welches zur Plasmaherstellung verwendet wird, gibt es bei der Anwendung des kINPen® MED keine Verbrauchsmaterialien.

Ist die Kaltplasmatherapie erstattungsfähig?

Die Anwendung kalter physikalischer Plasmen im Wundmanagement ist noch nicht Gegenstand der Regelversorgung. Derzeit gibt es noch keine Abrechnungsziffer. Auf Antrag bei der Krankenkasse kann der Kostenübernahme zugestimmt werden.